Lieber Ayhan der Zweite,
nun haben Sie sich eigens ein neues Konto zugelegt, nachdem ich Sie blockiert habe. Erneut versuchen Sie krampfhaft, mit mir ins Gespräch zu kommen. Mit den Mitteln, die ich aus meiner Kindheit kenne: "Sie haben mich dennoch blockiert – aus Angst vor dem schwächeren Argument?" Funktioniert das in Ihrem Freundeskreis?
Ich habe Ihr Vorgehen hier bereits zum Thema gemacht:
(1) Ist es nicht auffällig, dass Sie ausschließlich meine Beiträge kommentieren? Ein X-Auftritt, der sich nur mit mir befasst – warum?
(2) Ist es nicht ungewöhnlich, dass Sie mit Ihrem neuen Zugang plötzlich ganz anderen Personen folgen?
(3) Ist Ihnen aufgefallen, dass Sie vor allem Reaktionen auf meiner Seite zu provozieren versuchen? Ein sachlicher Austausch würde anders ansetzen.
Junger Mann, ich weiß nicht, wer Sie ausgebildet hat. Aber das ist reichlich amateurhaft.
Mit freundlichen Grüßen
Martin Wagener
🇬🇧 Translation
Dear Ayhan the Second,
Now you have specifically created a new account after I blocked you. Once again you're desperately trying to start a conversation with me. Using the means I know from my childhood: "You still blocked me - out of fear of the weaker argument?" Does this work in your circle of friends?
I have already made your approach an issue here:
(1) Isn't it noticeable that you only comment on my posts? An X appearance that only deals with me – why?
(2) Isn't it unusual that you suddenly start following completely different people with your new account?
(3) Have you noticed that you are primarily trying to provoke reactions on my site? A factual exchange would start differently.
Young man, I don't know who trained you. But that's pretty amateurish.
Kind regards
Martin Wagener
Ich bin gegen ein #AfD-Verbotsverfahren - das wäre bei 25 Prozent in der Sonntagsfrage schlicht Oppositionsbeseitigung. Die Partei muss im Bundestag fair behandelt werden - Gleichberechtigung in allen Bereichen. Die Berichterstattung ist oft unfair, in den Talkshows gibt es keine Chancengleichheit. Das alles widerspricht dem Geist einer vitalen Demokratie.
Die AfD beklagt sich über diese Umstände, was für mich sehr nachvollziehbar ist. Was einige ihrer Vertreter allerdings übersehen, nicht wahrhaben wollen oder gezielt ignorieren: Die Partei hat in ihrem Schlepptau eine wahrlich übel riechende, rechtsextreme Kloake. Diese ist nicht statisch, sie mäandert. Solange die AfD das nicht in den Griff bekommt, wird sie auf Bundesebene in der Opposition bleiben. Und das ist dann auch gut so.
🇬🇧 Translation
I am against an #AfD ban procedure - with 25 percent on the Sunday question that would simply be the elimination of the opposition. The party must be treated fairly in the Bundestag - equal rights in all areas. The reporting is often unfair and there is no equal opportunity on talk shows. All of this contradicts the spirit of a vital democracy.
The AfD complains about these circumstances, which is very understandable for me. However, what some of its representatives overlook, do not want to admit or deliberately ignore: the party has a truly foul-smelling, right-wing extremist cesspool in its wake. This is not static, it meanders. As long as the AfD doesn't get this under control, it will remain in the opposition at the federal level. And that's a good thing.
Es geht das Gerücht um, dass intern an der Absetzung von Rüdiger #Lucassen als verteidigungspolitischem Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion gearbeitet wird. Hintergrund ist sein Streit mit Björn #Höcke. Für die Partei wäre das ein großes Eigentor. Lucassen ist bis in die Mitte des bürgerlichen Lagers vermittelbar. Er wird von Markus Lanz bis zur Münchner Sicherheitskonferenz als Gesprächspartner akzeptiert. Das hängt nicht nur mit der militärischen Vita und der aufgebauten Fachexpertise zusammen, sondern auch mit seiner verbindlichen Art.
Wer soll ihn denn ersetzen? Vor allem aber: Welches Signal soll damit gesetzt werden? Kommt dann jemand auf den Posten, der glaubt, dass die USA eine "Besatzungsmacht" in Deutschland sind? Oder ein Abgeordneter, der die Bundesrepublik am liebsten in eine Politik des außenpolitischen Isolationismus führen möchte? Vielleicht auch jemand, der wieder einmal nicht eingearbeitet ist, aber natürlich das Handwerk des Karrierepolitikers versteht.
🇬🇧 Translation
There is a rumor that work is being done internally to remove Rüdiger #Lucassen as defense policy spokesman for the AfD parliamentary group. The background is his argument with Björn #Höcke. That would be a big own goal for the party. Lucassen can be recruited right into the middle of the bourgeois camp. He is accepted by Markus Lanz as an interlocutor at the Munich Security Conference. This is not only due to his military CV and the specialist expertise he has built up, but also to his obliging nature.
Who should replace him? But above all: what signal should this send? Will someone then come to the post who believes that the USA is an "occupying power" in Germany? Or a member of parliament who would like to lead the Federal Republic into a policy of foreign policy isolationism? Maybe someone who is once again not trained, but of course understands the craft of being a career politician.
Pinned: Ich habe in den letzten Tagen ein paar Personen blocken müssen, vor allem Protagonisten des rechten Randes. Kriterien: "Du", Beleidigungen, Pöbelei, unangemessene Ausdrucksweise. Kritik ist willkommen, gerne auch die vollständige Ablehnung meiner Posts. Aber der Ton macht die Musik. Das heißt: Schrille Töne werden geblockt. Warum soll man schlechtes Benehmen akzeptieren, nur weil es in der freien Wildbahn von X stattfindet?
🇬🇧 Translation
Pinned: I've had to block a few people in the last few days, especially right-wing protagonists. Criteria: “You”, insults, bullying, inappropriate language. Criticism is welcome, including complete rejection of my posts. But the sound makes the music. This means: shrill sounds are blocked. Why should one accept bad behavior just because it occurs in the wild on X?
Ein paar Worte zur Intervention von Benedikt Kaiser und zu meinem „Hitler-Vergleich“: Der junge Herr irrt sich mit seinen Ausführungen. Das liegt vor allem daran, dass er bei der Beurteilung der Meinung anderer von falschen Annahmen ausgeht und sehr abenteuerliche Übertragungen präsentiert. (1) Ich habe keinen Hitler-Vergleich vorgenommen. Dazu müsste man beide Personen und ihre Ideologie direkt gegenüberstellen. Der Vergleich der Zitate ist gleichwohl angebracht. Der #AfD-Bundestagsabgeordnete Christopher #Drößler bedient sich einer Sprache, die nun einmal von einem bestimmten Milieu mit Vorliebe genutzt wird: „Unsere Stunde wird kommen.“ Das sollte man einordnen können – und nicht, wie es Kaiser macht, verniedlichen. Wer den Post richtig liest, wird zudem feststellen: Ich habe auch darauf hingewiesen, dass rechtsextreme Organisationen die Formulierung seit Jahrzehnten nutzen. In diese Tradition hat sich Drößler gestellt. Das ist eine Sachaussage. Kaiser ist hingegen bestrebt, zunächst durch eine Blendgranate abzulenken und mir dann konstruierte Motive zu unterstellen.
(2) Es dürfte bekannt sein, dass ich den #Verfassungsschutz kritisch sehe und dass mich seine AfD-Gutachten in vielen Punkten nicht überzeugen. Thomas #Haldenwang habe ich umfassend kritisiert (mit dem Kulturkampf-Buch von 2021 früher als andere). Dabei ging es mir immer um die Sache. Das bedeutet aber nicht, dass das BfV mit allem, was es zur AfD schreibt, falsch liegt. Natürlich gibt es in der Partei Rechtsextremisten. Wäre dem nicht so, dann hätte es in der Vergangenheit keine Parteiausschlüsse gegeben. Es ist also recht billig, im Subtext wie folgt zu insinuieren: „Das BfV hat sich in vielen Punkten geirrt. Also irrt es immer.“ Eine solche Generalisierung überzeugt nicht. Was ebenfalls billig ist: Mögliche tatsächliche rechtsextreme Gesinnungen mit dem Hinweis auf die „klassischen Methoden des Hitler-Vergleichs“ kaschieren zu wollen. Ja, solche Methoden gibt es – aber sie sind nicht immer falsch. Und spätestens an diesem Punkt bricht die Baukastensprache seines Posts, weil sie Widerspruch im eigenen Denken nicht zulässt.
(3) Benedikt Kaiser versucht sodann, die „eigentlichen“ Motive meiner letzten Posts herauszuarbeiten. Sie haben mit einer Kritik an Tino Chrupalla begonnen, der einen US-Truppenabzug aus Deutschland gefordert hat. Getreu dem eigenen Weltbild verkauft Kaiser seinem Lager die aus seiner Sicht naheliegendste Erklärung. Er hält mir vor, „rechte Personen herabzuwürdigen, um sich selbst (wieder) besser dastehen zu lassen, nachdem man vom Establishment ausgestoßen wurde, was man nicht verkraftet hat qua eigenem Selbstbewusstsein, geschweige denn inhaltlich konsequent zu Ende analysierte“. In meinem persönlichen Umfeld wird das einen großen Lacher erzeugen – so wie ich bei der Lektüre des BfV-Gutachtens zum Kulturkampf-Buch schmunzeln musste. Auch die Kölner Behörde war auf der Suche nach meinen „wahren“ Absichten. So gibt es interessante Parallelen im Vorgehen beider Akteure.
Ich bin Wissenschaftler und gehöre keiner Partei an. Auch strebe ich nicht danach, von irgendeiner Partei oder irgendeinem Milieu gemocht zu werden. Die Dinge werden niedergeschrieben, wie ich sie für richtig halte – und ich lasse mich dabei von Fachkollegen gerne korrigieren. Drei Positionen, die zeigen, was ich meine: (1) „Die Folgen des Anthropozäns haben die Grünen früher und besser als alle anderen verstanden.“ Diese Aussage macht mich nicht zwangsläufig zu einem Wähler der Grünen. (2) „Die CDU hat sich in der Zeit von Helmut Kohl um die Einheit Deutschlands verdient gemacht.“ Dies macht mich nicht zwangsläufig zu einem Wähler der CDU. (3) „Die AfD muss im Bundestag wie jede andere Partei auch behandelt werden.“ Das macht mich nicht zwangsläufig zu einem Wähler der AfD.
Man kann einen Politiker loben und kritisieren. Man kann die Regierung wie auch die Opposition loben und kritisieren. Und man kann linke wie rechte Presseorgane lesen, ohne dass sich daraus irgendeine Neigung ablesen lässt. Was wir leider in Deutschland haben, ist ein vermeintlicher politischer Verortungszwang. Dies entspricht zwar der Veranlagung des Homo sapiens zur Gruppenbildung. Es soll aber auch Menschen geben, die sich dem nicht unterwerfen.
Benedikt Kaiser geht in meinem Fall im Sinne seines dichotomischen Freund-Feind-Denkens von einer Zugehörigkeit zum „Establishment“ aus. Dieses habe mich verstoßen, weshalb ich nun durch Posts auf X eine Wiederannäherung anstreben würde, „um der LibKons infantiles ‚Jawoll!‘ zu ernten“. Kaiser muss so denken, weil es seiner Sichtweise entspricht; aus dieser generalisiert er, ohne Drittvariablen zu berücksichtigen. Er kann sich schlicht nicht vorstellen, dass Wissenschaftler ohne Hintergedanken – ohne jede Gefallsucht – Positionen äußern und dabei nicht in seinen Kategorien denken. Das kann man ihm nicht einmal vorwerfen, da er selbst kein Wissenschaftler ist – dafür aber durch und durch ein politisierter Aktivist.
Die Lösung Kaisers sieht in diesem wie in allen anderen Fällen sehr einfach aus: „Kommt alle in mein Lager. Wir sind auf der richtigen Seite der Geschichte!“ Überheblichkeit schwingt daher bei solchen Interventionen regelmäßig mit. Freundlicher ausgedrückt, müsste es heißen: Die Analyse kommt geschliffen daher, trägt aber nicht.
Benedikt Kaiser gehört zu einem Personenkreis, der sich mit Vorliebe an Liberalkonservativen abarbeitet. Er und seine Kollegen agieren dabei wie ein digitaler Wächterrat, der sich auf X und anderswo berufen fühlt, die eigene Ideologie zu verteidigen. Werden seine Abgeordneten oder Ideen angegriffen, hält er dagegen. Die Posts sind so aufgebaut, dass sie schnelle Zustimmung generieren. Dies soll den Kritiker einschüchtern und Signale an andere senden, sich gefälligst zurückzuhalten. Es ist die Drohung mit dem Shitstorm (intern sicherlich auch mit Konsequenzen bei der nächsten Listenaufstellung, soweit seine Truppen diese beeinflussen können). Mir sind Fälle bekannt, in denen das funktioniert hat.
Der junge Herr wird in seinem Milieu vermutlich weiter Karriere machen. Die Zahl derer, die sich artikulieren können, ist dort begrenzt. Extremismus-Experten haben ihn im Visier und sorgen damit für eine Status-Aufwertung im eigenen „Wir“. Kaiser bedient jene Glaubenssätze, die bei seinen Anhängern verfangen. Dabei geht es letztlich immer darum, diesen zu vermitteln, dass das eigene Lager über höhere Einsichten verfügt und auf der richtigen Seite der Geschichte steht. Je simpler die Glaubenssätze gestrickt sind, desto größer wird die Schar. Die Methoden entsprechen denen des linksgrünen Lagers: Sprachpolizei, Cancel Culture, moralische Überlegenheitsgefühle usw. – das alles gibt es auch am rechten Rand.
🇬🇧 Translation
A few words about the intervention of Benedikt Kaiser and my “Hitler comparison”: The young man is wrong with his remarks. This is mainly due to the fact that, when assessing the opinion of others, it is based on false assumptions and presents very adventurous transfers. (1) I did not make any Hitler comparison. To this end, both people and their ideology should be confronted directly. The comparison of the quotes is nevertheless appropriate. The #AfD Federal Congressman Christopher #Drößler uses a language that is now used by a certain milieu with preference: “Our hour will come.” You should be able to classify this – and not, as emperor does, to despair. Those who read the post correctly will also find that I have also pointed out that far-right organizations have been using the wording for decades. In this tradition, Drößler has set himself up. That's a statement. Kaiser, on the other hand, strives to first deflect through a glare grenade and then to subject me to constructed motifs.
(2) It should be known that I see the #capacity protection critical and that his AfD opinions do not convince me in many points. Thomas #Haldenwang I have criticized extensively (with the Kulturkampf Book of 2021 earlier than others). I was always concerned about this. This does not mean, however, that the BfV is wrong with everything it writes to the AfD. Of course, there are right-wing extremists in the party. If it were not, there would have been no party statements in the past. It is therefore quite cheap to insulate in the subtext as follows: “The BfV has been mistaken in many points. So it's always wrong." Such a generalization does not convince. What is also cheap: wanting to conceal possible real extreme right-wing sentiments with the reference to the “classical methods of Hitler’s comparison”. Yes, there are such methods – but they are not always wrong. And at the latest at this point the modular language of his post breaks because it does not allow contradiction in its own thinking.
(3) Benedikt Kaiser then tries to work out the “proper” motifs of my last posts. They started a criticism of Tino Chrupalla, who demanded a US withdrawal from Germany. True to his own world image, Emperor sells the most obvious explanation to his camp. He thinks that “just persons are to be degraded in order to get themselves (again) better to stand there after being expelled by the establishment, which one has not been able to understand in its own self-confidence, let alone analysis of content consistently at the end.” In my personal environment, this will create a great laugh – just as I had to sneak into the cultural battle book when reading the BfV certificate. The Cologne authority was also looking for my “true” intentions. There are interesting parallels in the approach of both actors.
I'm a scientist and I'm not a party. Nor do I strive to be liked by any party or any milieu. The things are written down, as I think they are right – and I am happy to correct myself by colleagues. Three positions that show what I mean: (1) “The consequences of the anthropocene have understood the Greens earlier and better than all others.” This statement does not necessarily make me a voter of the Greens. (2) “The CDU has earned itself in the time of Helmut Kohl for the unity of Germany.” This does not necessarily make me a CDU voter. (3) “The AfD must also be treated in the Bundestag like any other party.” It doesn't necessarily make me a voter of the AfD.
You can praise and criticize a politician. You can praise and criticize the government as well as the opposition. And you can read left and right press organs without any inclination being apparent from it. What we have in Germany, unfortunately, is a presumed political displacement force. This corresponds to the predisposition of the homo sapiene for group formation. But there should also be people who do not submit to it.
In my case, Benedikt Kaiser, in the sense of his dichotomic friend-feind-denken, assumes a belonging to the “Establishment”. This has violated me, which is why by postings on X I would aim to “renew the LibKons infantiles “Yes!”. emperor must think so because it corresponds to his view; from this he generalizes without taking into account third-party variables. He can simply not imagine that scientists can express positions without thought – without any desire – and do not think in his categories. You can't even blame him because he himself is not a scientist – but through and through a politic activist.
The solution of Kaisers looks very simple in this as in all other cases: “Come everyone in my camp. We are on the right side of history!” Therefore, such interventions regularly vibrate. In more friendly terms, it should be said that the analysis is ground, but does not wear.
Benedikt Kaiser belongs to a group of people who work with preference to Liberal Conservatives. He and his colleagues act like a digital guardian who feels called X and elsewhere to defend his own ideology. If his deputies or ideas are attacked, he is opposed. The posts are designed to generate quick approval. This is supposed to intimidate the critic and send signals to others to hold back as soon as possible. It is the threat with the shitstorm (internal surely also with consequences in the next listing, as far as its troops can influence them). I know cases where that worked.
The young man will probably continue his career in his milieu. The number of those who can articulate is limited there. Extremism experts have targeted him and thus ensure a status upgrade in their own “we”. Emperor serves those beliefs that intertwine with his followers. In the end, it is always about communicating this that the own camp has higher insights and stands on the right side of history. The simpler the beliefs are knitted, the greater the sharpness. The methods correspond to those of the left green camp: language police, cancel culture, moral superiority, etc. – all of this is on the right side.
Gerne antworte ich dem Abgeordneten Christopher Drößler von der AfD erneut: (1) Wer sich für enge Beziehungen zu den USA ausspricht, muss deshalb weder irgendeiner CDU-Haltung folgen noch der eines "Vasallen". Sie präsentieren hier Reflexe aus der Blase.
(2) Ihre Ausführungen stellen viel zu sehr auf die Trump-Ära ab - und auf alles, was diese derzeit auslöst. Ich schaue auf Machtkonstellationen und auf langfristig angelegte Muster.
(3) Für den strukturellen Realismus sind weder Trump noch Putin von Bedeutung. Er kennt auch keine Dogmen, ergo auch keine "dogmatischen Transatlantiker". Ich vermute, Sie haben sich noch nie mit dieser Theorie auseinandergesetzt.
Von außen betrachtet, leiten Sie Ihre Überlegungen von einem sehr stark vereinfachten Weltbild ab - ohne empirischen und analytischen Tiefgang. Mir ist aber natürlich klar, dass dieser Tonfall in Ihrer Blase ankommt. Wie einige Grüne bedienen Sie sich dabei übrigens der bekannten Baukastensprache.
Sie schreiben schließlich: "Unsere Stunde wird kommen." Exakt diese Worte hat Adolf Hitler kurz vor der "Machtergreifung" auch verwendet. Aus dem deutschen Rechtsextremismus ist zudem seit Jahrzehnten die Parole "Unsere Stunde, die wird kommen" bekannt. Der Satz klingt harmlos, sicherlich. Aber in Ihrem Milieu kommt so etwas immer wieder vor. Wenn Sie mit dem Vokabular der dunklen Zeit oder rechtsextremer Organisationen spielen, dann sagt das auch etwas über Sie aus.
🇬🇧 Translation
I would like to answer MP Christopher Drößler from the AfD again: (1) Anyone who advocates close relations with the USA does not have to follow any CDU stance or that of a “vassal”. Here you present reflexes from the bladder.
(2) Your comments focus far too much on the Trump era - and everything that it is currently triggering. I look at power constellations and long-term patterns.
(3) Neither Trump nor Putin are important for structural realism. He also knows no dogmas, therefore no “dogmatic transatlanticists”. I'm guessing you've never considered this theory before.
Seen from the outside, you derive your thoughts from a very simplified world view - without empirical and analytical depth. But of course I realize that this tone resonates with your bubble. Like some Greens, you use the familiar modular language.
They finally write: "Our hour will come." Adolf Hitler used exactly these words shortly before he “seized power”. The slogan “Our hour, it will come” has been known from German right-wing extremism for decades. The sentence sounds harmless, certainly. But things like this happen all the time in your environment. If you play with the vocabulary of the dark ages or right-wing extremist organizations, then that also says something about you.
Der Bundestagsabgeordnete Christopher #Drößler, Mitglied der #AfD und Jahrgang 1995, hat auf meinen Post zu Tino #Chrupalla reagiert. Zur Sprache: Wer am Bündnis mit den #USA festhalte, gehöre zu den "Agenten der Fremdbestimmung". Das Fazit zu meiner Person: "Wer bei all diesen Entwicklungen noch immer Wasserträger für die USA spielen will, ist zumindest eines nicht: ein echter deutscher Patriot."
Der Rest des Textes liest sich in der Konsequenz so: "Wir müssen in unserem Auftreten alles tun, damit sich CDU und CSU nicht trauen, mit uns zu koalieren." Der Inhalt spiegelt vor allem kurzfristiges Denken wider, das einem klaren Antiamerikanismus entspringt. Mit der Verfolgung nationaler Interessen hat das nichts zu tun. Die innere Logik von Bündnisbeziehungen ist nicht bekannt.
Christopher Drößler und Co. argumentieren wie die Grünen in den 1980er-Jahren. Das hatten wir alles schon einmal. Die Ironie an der Sache: Einige AfDler verhalten sich wie die Ostermarschierer. Ideologisch kommen sie aus einem anderen Lager. Aber außenpolitisch sind sie nicht weniger abenteuerlich aufgestellt. Eine weitere Parallele: Wie die Grünen glauben auch sie, die Welt ganz genau durchschaut zu haben. Vor allem mit 30 Jahren: Da muss man ja alles wissen.
Eine schwarz-blaue Koalition wird es solange nicht geben, wie Hardliner sich in ihrer Rolle als Hardliner gefallen. Das heißt: Es sind Christopher Drößler und Co., die an einer Zementierung der AfD in der ewigen Oppositionsrolle arbeiten. Das wird er aber natürlich ganz anders sehen. Auch die Grünen glauben bis heute, eigentlich von den Wählern verkannt zu werden.
P.S.: Zur Diskursfähigkeit von Christopher Drößler empfehle ich seine Rede im Bundestag vom 5. März 2026. Er teilt rhetorisch kräftig aus und lässt dann eine Zwischenfrage eines Abgeordneten der Linkspartei zu. Diese war kurz und sachlich. Drößler fällt nichts ein und lenkt deshalb ab. Die Antwort ist entsprechend polemisch und herablassend gehalten. Eine weitere Zwischenfrage zeigt: Wenn Drößler nicht vom Blatt abliest, verheddert er sich komplett.
🇬🇧 Translation
Bundestag member Christopher #Drößler, member of the #AfD and born in 1995, responded to my post about Tino #Chrupalla. Regarding the language: Anyone who sticks to the alliance with the #USA is one of the “agents of foreign control”. The conclusion about me: "Anyone who still wants to play water carrier for the USA despite all these developments is not at least one thing: a real German patriot."
The rest of the text reads like this: "We must do everything in our appearance to ensure that the CDU and CSU do not dare to form a coalition with us." The content primarily reflects short-term thinking that arises from clear anti-Americanism. This has nothing to do with pursuing national interests. The internal logic of alliance relationships is not known.
Christopher Drößler and Co. argue like the Greens did in the 1980s. We've had it all before. The irony of the matter: Some AfD members behave like the Easter marchers. Ideologically, they come from a different camp. But when it comes to foreign policy, they are no less adventurous. Another parallel: Like the Greens, they also believe that they have figured out the world very well. Especially when you're 30: you have to know everything.
There will not be a black-blue coalition as long as hardliners accept their role as hardliners. That means: It is Christopher Drößler and Co. who are working to cement the AfD in the eternal opposition role. But of course he will see it completely differently. To this day, the Greens also believe that they are actually misunderstood by voters.
P.S.: Regarding Christopher Drößler's ability to discuss, I recommend his speech in the Bundestag on March 5, 2026. He uses strong rhetoric and then allows an interjection from a member of the Left Party. This was short and to the point. Drößler can't think of anything and is therefore distracting. The answer is appropriately polemical and condescending. Another question shows: If Drößler doesn't read from the page, he gets completely confused.
Tino #Chrupalla will die amerikanische Militärpräsenz in Deutschland beenden, sollte die #AfD an die Macht kommen. In seinem Grußwort zum Landesparteitag in Sachsen hat er den "Abzug der US-Truppen aus Deutschland" gefordert. Sollte diese Position im Falle einer Regierungsbeteiligung beibehalten werden, wäre die AfD eine Gefahr für die nationale Sicherheit. Da CDU und CSU das wissen, werden sie schon deshalb nicht mit den Blauen koalieren - selbst dann nicht, wenn die Brandmauer fällt.
Im Grundsatzprogramm von 2016 heißt es: "Die AfD setzt sich für den Abzug aller auf deutschem Boden stationierten alliierten Truppen und insbesondere ihrer Atomwaffen ein." Im Wahlprogramm für die Bundestagswahl 2025 findet sich diese Passage nicht mehr. Dort steht nur noch: "Wir lehnen die geplante Stationierung von weitreichenden US-Waffensystemen (Marschflugkörpern, Drohnen und Raketen) in Deutschland ab."
Das deutet einerseits an, inhaltlich lernfähig zu sein. Andererseits scheint es wirklich nur eine Andeutung zu sein. Für seine Forderung hat Tino Chrupalla in Sachsen großen Applaus geerntet.
Für die AfD ergibt sich daraus das folgende Problem: Will sie mitregieren, muss sie umdenken. Wer das Thema allerdings bei der eigenen Wählerschaft hochhält, der wird es nicht so einfach wieder zurücknehmen können.
In der AfD gibt es viele, die Anhänger von Otto von Bismarck sind. Was daraus folgt, haben zumindest jene nicht verstanden, die sich für einen Abzug der US-Truppen aus Deutschland einsetzen.
🇬🇧 Translation
Tino #Chrupalla wants to end the American military presence in Germany if the #AfD comes to power. In his greeting to the state party conference in Saxony, he called for the "withdrawal of US troops from Germany". If this position were to be maintained if it participated in government, the AfD would be a threat to national security. Since the CDU and CSU know this, they will not form a coalition with the Blues - even if the firewall comes down.
The 2016 policy program states: "The AfD is committed to the withdrawal of all Allied troops stationed on German soil and in particular their nuclear weapons." This passage can no longer be found in the election program for the 2025 federal election. It only says: "We reject the planned stationing of long-range US weapon systems (cruise missiles, drones and rockets) in Germany."
On the one hand, this suggests that you are capable of learning content. On the other hand, it really seems to be just a hint. Tino Chrupalla received great applause in Saxony for his demand.
This creates the following problem for the AfD: If it wants to participate in government, it has to rethink its approach. However, anyone who upholds the issue among their own electorate will not be able to take it back so easily.
There are many in the AfD who are supporters of Otto von Bismarck. At least those who advocate a withdrawal of US troops from Germany have not understood what follows from this.
Pinned: @Ayhan_030 ist seit diesem Monat auf X unterwegs. Er hat zwei Follower und setzt keine Posts ab. Sämtliche Replies sind meinen Ausführungen gewidmet. Er kommentiert keinen anderen X-Nutzer. Linie: Besserwisserei und leichte Provokation. Ayhan versucht alles, um mit mir ins Gespräch zu kommen. Ich habe ein paar Mal geantwortet - aber er bleibt seinem Stil treu.
Das kann ein sehr spezieller Fall sein. Ich möchte den Auftritt des jungen Mannes - wenn das Profil denn echt ist - nicht überinterpretieren. Es könnte aber auch ein gezieltes, wenngleich ungeschicktes Vorgehen abbilden. Es gibt bei den Nachfragen ein Muster.
Das passt - unabhängig von Ayhan - zu E-Mails, die ich in den vergangenen vier Jahren bekommen habe. Angebliche Studenten bitten um die Einschätzung politischer Sachverhalte. In der Einleitung ihrer Schreiben stimmen sie den Inhalten des Kulturkampf-Buches zu. Anschließend wird in schmeichelnder Weise versucht, mich zu provokativen Aussagen zu verleiten. Dies ist mehrfach vorgekommen. Ich äußere mich sachlich, der Kontakt bricht sofort ab. Bis es jemand erneut versucht. Auch hier gibt es ein Muster.
Das können sehr spezielle Fälle sein. Oder es steckt etwas mehr dahinter. Ich weiß es nicht.
🇬🇧 Translation
Pinned: @Ayhan_030 joined X this month. He has two followers and doesn't post. All replies are dedicated to my comments. He doesn't comment on other X users. Line: know-it-all attitude and slight provocation. Ayhan tries everything to start a conversation with me. I've replied a few times - but he stays true to his style.
This can be a very special case. I don't want to over-interpret the young man's appearance - if the profile is real. But it could also represent a targeted, albeit clumsy, approach. There is a pattern to the inquiries.
This fits - regardless of Ayhan - with emails that I have received over the past four years. Alleged students ask for an assessment of political issues. In the introduction to their letters they agree with the contents of the Kulturkampf book. They then attempt to entice me to make provocative statements in a flattering manner. This has happened several times. I express myself matter-of-factly, contact breaks off immediately. Until someone tries again. There is a pattern here too.
These can be very special cases. Or there is something more to it. I don't know it.
Friedrich #Merz: "Wir haben eine explodierende Gewalt in unserer Gesellschaft". Ergänzung: "Und dann müssen wir auch ansprechen, dass ein beachtlicher Teil dieser Gewalt aus den Gruppen der Zuwanderer in die Bundesrepublik Deutschland kommt." Ich stimme dem Bundeskanzler zu. Das ist statistisch alles gut belegt.
Die Reaktion des Kollegen Jürgen Zimmerer auf X kann ich nicht nachvollziehen: "Ich halte das in dieser Pauschalität für eine rassistische Aussage." Das ist falsch, da der Bundeskanzler lediglich auf eine allgemeine Entwicklung hingewiesen hat.
🇬🇧 Translation
Friedrich #Merz: “We have exploding violence in our society.” Addition: "And then we also have to address the fact that a considerable part of this violence comes from the groups of immigrants to the Federal Republic of Germany." I agree with the Chancellor. This is all well proven statistically.
I cannot understand the reaction of my colleague Jürgen Zimmerer to This is wrong because the Chancellor was only pointing out a general development.
Ein interessantes Detail in Sachen Iran-Krieg: "Saudi Arabia’s de facto leader, Crown Prince Mohammed bin Salman, has been pushing President Trump to continue the war against Iran, arguing that the U.S.-Israeli military campaign presents a ´historic opportunity´ to remake the Middle East, according to people briefed by American officials on the conversations." https://www.nytimes.com/2026/03/24/us/politics/saudi-prince-iran-trump.html
🇩🇪 Übersetzung
Ein interessantes Detail in Sachen Iran-Krieg: „Saudi-Arabiens De-facto-Führer, Kronprinz Mohammed bin Salman, hat Präsident Trump dazu gedrängt, den Krieg gegen den Iran fortzusetzen, und argumentiert, dass die amerikanisch-israelische Militärkampagne eine ‚historische Gelegenheit‘ darstelle, den Nahen Osten neu zu gestalten, so Personen, die von amerikanischen Beamten über die Gespräche informiert wurden.“ https://www.nytimes.com/2026/03/24/us/politics/saudi-prince-iran-trump.html
Bärbel #Bas zu den Gründen der SPD-Krise: Es sei nicht klar geworden, was die Partei "eigentlich will". Ich biete eine andere Erklärung an: Die #SPD hat ihre Ziele sehr gut kommuniziert. Deshalb verliert sie immer mehr Wähler.
🇬🇧 Translation
Bärbel #Bas on the reasons for the SPD crisis: It was not clear what the party “actually wants”. I offer another explanation: The #SPD communicated its goals very well. That's why she's losing more and more voters.
Ein paar Gedanken zur Lage der Parteien - alles sehr selektiv: (1) #CDU/CSU, politisch selbst eingemauert, Zuwachs schwierig, als Steigbügelhalter linker Mehrheiten ständig im eigenen Lager unter Druck, Kanzlerwahlverein. (2) #SPD, ehemalige Volkspartei, ehemalige Arbeiterpartei, in einzelnen Bundesländern Sinkflug Richtung 5-Prozent-Hürde, zu sehr mit Funktionärsbefindlichkeiten beschäftigt, Sprechblasen nach Wahlniederlagen.
(3) #Grüne, wie die SPD Trendverlierer woker Themen und starke ideologische Selbstbeschränkung, urbane Blase versus Lebensrealität, schaden durch ständige Besserwisserei der Akzeptanz des Umweltschutzes in der Breite. (4) #FDP: sollte sich auflösen, wird nicht mehr gebraucht, letzter Hoffnungsschimmer: Wolfgang Kubicki.
(5) #Linkspartei: Albtraum für Innen- und Außenpolitik, Profiteur schriller Töne, Grüne und SPD als Steinbruch der eigenen Rettung. (6) #AfD: größter Aufsteiger der letzten zehn Jahre, Volkspartei im Werden, Regierungsoption bei absoluter Mehrheit in einzelnen Bundesländern im Osten, jenseits dessen noch nicht koalitionsfähig, perspektivisch großes Frustrationspotenzial bei den eigenen Wählern - denn derzeit würden auch deutlich über 30 Prozent im Bund nicht zum Regieren reichen.
🇬🇧 Translation
A few thoughts on the situation of the parties - everything very selective: (1) #CDU/CSU, politically walled in themselves, growth difficult, as the stirrup holder of left-wing majorities, constantly under pressure in their own camp, chancellor election association. (2) #SPD, former People's Party, former Workers' Party, falling towards the 5 percent hurdle in individual federal states, too preoccupied with the sensibilities of officials, speech bubbles after election defeats.
(3) #Greens, like the SPD, trend losers, raised issues and strong ideological self-restriction, urban bubble versus reality of life, damage the broad acceptance of environmental protection through constant know-it-alls. (4) #FDP: should dissolve, is no longer needed, last glimmer of hope: Wolfgang Kubicki.
(5) #Left Party: Nightmare for domestic and foreign policy, profiteer from shrill tones, Greens and SPD as quarries of their own salvation. (6) #AfD: biggest climber of the last ten years, people's party in the making, government option with an absolute majority in individual federal states in the east, beyond that not yet capable of forming a coalition, in the future great potential for frustration among its own voters - because at the moment well over 30 percent in the federal government would not be enough to govern.
Solche Fehler dürfen nicht passieren: "Ein französischer Soldat trackt seine Jogging-Route mit der Fitness-App Strava. Das Problem: Während seiner Sportroutine befindet er sich auf dem Flugzeugträger ´Charles de Gaulle´ - dessen Position sich damit in Echtzeit verfolgen lässt." https://www.n-tv.de/politik/Soldat-trackt-Jogging-Strecke-Sport-App-Strava-verraet-exakte-Lage-von-Frankreichs-Flugzeugtraeger-id30493084.html
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Such mistakes shouldn't happen: "A French soldier tracks his jogging route with the fitness app Strava. The problem: During his exercise routine he is on the aircraft carrier 'Charles de Gaulle' - whose position can be tracked in real time." https://www.n-tv.de/politik/Soldat-trackt-Jogging-Strecke-Sport-App-Strava-verraet-exakte-Lage-von-Frankreichs-Flugzeugtraeger-id30493084.html
Großer Wahlerfolg für die #AfD in Rheinland-Pfalz: Die Partei hat ihr bestes Ergebnis im Westen erreicht. Nun sollten einige ihrer Unterstützer jedoch auf die absehbare Mythenbildung verzichten. Auch wenn CDU und AfD die Regierung stellen könnten, zeigen Befragungen eindeutig: Dies entspricht nicht dem Wählerwillen.
71 Prozent der Rheinland-Pfälzer sind gegen eine Regierungsbeteiligung der AfD; bei den Anhängern der CDU liegt dieser Wert sogar bei 87 Prozent. Deshalb kann man auch nicht sagen: "Der Wähler hat eigentlich eine schwarz-blaue Regierung gewählt." Genau das wollte die deutliche Mehrheit nicht!
🇬🇧 Translation
Major electoral success for the #AfD in Rhineland-Palatinate: The party achieved its best result in the West. Now, however, some of their supporters should refrain from the foreseeable myth-making. Even if the CDU and AfD could form the government, surveys clearly show that this does not correspond to the will of the voters.
71 percent of Rhineland-Palatinate residents are against AfD participation in government; Among CDU supporters, this figure is as high as 87 percent. That's why you can't say: "The voters actually elected a black-blue government." That's exactly what the clear majority didn't want!
Die Bild schießt etwas über das Ziel hinaus: "Plötzlich sind wir in Reichweite der Mullah-Raketen". Drei Punkte: (1) Es besteht keine existenzielle Gefahr, weil der Iran nicht über Nuklearwaffen verfügt. (2) Fraglich ist, ob das Regime tatsächlich einsatzbereite ballistische Trägersysteme mit 4.000 Kilometern Reichweite hat. Der "Angriff" auf Diego Garcia spricht nicht dafür. Maximal liegt eine IOC vor.
(3) Selbst wenn die Rakete die Qualität einer IRBM hat, die Distanz überbrücken und dann auch noch der amerikanischen Raketenabwehr ausweichen kann: Es wäre lediglich ein konventioneller Einschlag. Der Schaden würde sich also in Grenzen halten.
Natürlich muss das Raketenpotenzial des Iran kritisch ausgewertet werden. Panikmache ist allerdings noch nicht angebracht.
🇬🇧 Translation
The image goes a bit overboard: “Suddenly we are within range of the mullahs’ missiles.” Three points: (1) There is no existential threat because Iran does not have nuclear weapons. (2) It is questionable whether the regime actually has operational ballistic delivery systems with a range of 4,000 kilometers. The "attack" on Diego Garcia does not speak for this. The maximum is one IOC.
(3) Even if the missile has the quality of an IRBM, can bridge the distance and then evade the American missile defense: it would only be a conventional impact. The damage would therefore be limited.
Of course, Iran's missile potential must be critically evaluated. However, scaremongering is not appropriate yet.
Kommentar auf Tagesschau-Online: "Die Koalition aus den USA und Israel hat zwar die militärische Übermacht, ganz offensichtlich aber keinen Plan." Gegenthese: Beide haben natürlich einen Plan. Fraglich ist, was diesen ausmacht und wo die Messlatte für die Bewertung von "Erfolg" liegt.
Die #USA und #Israel würden es zweifellos gerne sehen, wenn sich das iranische Volk erhebt und die Theokratie beendet. Die Strategen in Washington und Jerusalem haben aber von Anfang an gewusst, dass es darauf keine Garantie gibt. Auch waren ökonomische Turbulenzen im Zuge des Krieges absehbar (Straße von #Hormus etc.). Solche Entwicklungen werden in Kauf genommen. Wenn sich Entscheidungsträger nur von Bedenken leiten lassen, können sie den Verteidigungsetat streichen. Es gibt keine militärischen Interventionen ohne Risiko.
Was heißt also im konkreten Fall "Erfolg"? Das Minimalziel werden die USA und Israel aus eigener Kraft erreichen: die Reduzierung der militärischen Möglichkeiten des #Iran. Mit Blick auf den Gazastreifen nannte man solche Operationen "Rasenmähen". Der Krieg gegen die Islamische Republik findet zwar in einer weitaus größeren Dimension statt, aber das Muster lässt sich übertragen.
Sollte es nicht zum Zusammenbruch des Regimes kommen, wird dieses an mehreren Fronten geschwächt: a) Reduktion des Nuklearprogramms, b) Rückbau des Fähigkeitsprofils der Streitkräfte und der Revolutionsgarde, c) Beeinträchtigung der Schlagkraft der "Achse des Widerstands", d) Schwächung der inneren Kohäsion der politischen und religiösen Elite.
Wenn die USA und Israel den Krieg in den nächsten Tagen oder Wochen beenden, werden sie an diesen Fronten zahlreiche Erfolge vorweisen können. Vor allem Jerusalem gewinnt Zeit, das eigene Überleben in einem feindlichen Umfeld zu sichern. Das ist der eigentliche Plan. Und der lässt sich mit Blick auf die "Achse des Widerstands" nur mit Gewalt umsetzen.
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Comment on Tagesschau-Online: "The coalition of the USA and Israel has military superiority, but clearly has no plan." Counterthesis: Of course they both have a plan. It is questionable what constitutes this and where the yardstick for assessing “success” lies.
The #US and #Israel would undoubtedly like to see the Iranian people rise up and end theocracy. But the strategists in Washington and Jerusalem knew from the start that there was no guarantee of this. Economic turbulence in the wake of the war was also foreseeable (Strait of Hormuz etc.). Such developments are accepted. If decision-makers are guided only by concerns, they can eliminate the defense budget. There are no military interventions without risk.
So what does “success” mean in this specific case? The USA and Israel will achieve the minimum goal on their own: reducing #Iran's military capabilities. With regard to the Gaza Strip, such operations were called “mowing the lawn.” The war against the Islamic Republic is taking place on a much larger scale, but the pattern can be transferred.
If the regime does not collapse, it will be weakened on several fronts: a) reduction of the nuclear program, b) reduction of the capability profile of the armed forces and the Revolutionary Guard, c) impairment of the effectiveness of the "Axis of Resistance", d) weakening of the internal cohesion of the political and religious elite.
If the United States and Israel end the war in the next few days or weeks, they will have numerous successes to show on these fronts. Jerusalem in particular is gaining time to ensure its own survival in a hostile environment. That's the real plan. And with regard to the “axis of resistance” this can only be implemented with violence.
Es spricht vieles dafür, dass Kim Jong-un seine noch minderjährige Tochter zur Nachfolgerin aufbauen will. In der Staatspropaganda wird das nicht nur daran erkennbar, dass sie an Auftritten des Vaters mitwirkt. Auch ihr "Titel" ist aufgewertet worden: von "geliebter Tochter" zu "respektierter Tochter". Sprachlich bewegt sich dies in die Richtung von "Respected Comrade Kim Jong Un".
Persönlich darf sie hoffen, dass der Vater noch ein paar Jahre durchhält. Stirbt er zu früh, kann sie zum Opfer möglicher Nachfolgekämpfe werden. In einer solchen Situation ist mehr als fraglich, ob sie hinreichend Autorität hätte, die notwendige Loyalität einzufordern. Problem 1: Wer so jung ist, hat keine Möglichkeit, sich eine Gefolgschaft aufzubauen. Problem 2: Kim Ju-ae ist eine Frau.
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There is much to suggest that Kim Jong-un wants to make his daughter, who is still a minor, his successor. In state propaganda, this is not only evident from the fact that she takes part in her father's appearances. Her “title” has also been upgraded: from “beloved daughter” to “respected daughter.” Linguistically, this moves in the direction of “Respected Comrade Kim Jong Un”.
Personally, she can hope that her father will hold out for a few more years. If he dies too early, she could become a victim of possible succession battles. In such a situation it is more than questionable whether she would have sufficient authority to demand the necessary loyalty. Problem 1: If you're so young, you have no opportunity to build a following. Problem 2: Kim Ju-ae is a woman.
Georg #Restle freut sich auf seinen neuen Posten und teilt gegen seine Kritiker aus: "Und wer meint, Afrika bestehe nur aus Wüste und Dschungel, verkennt dessen hohe Relevanz für uns." Immerhin, er bleibt sich treu. Bevor er sich eingearbeitet hat, wird schon einmal eine zentrale Annahme ("hohe Relevanz") formuliert.
Aus sicherheitspolitischer Sicht ist das Unsinn. Die Musik der Großmächte spielt vor allem in Eurasien, auch wenn einzelne Staaten in Afrika aktiv sind. Macht die Annahme wenigstens aus ökonomischer Perspektive Sinn? Der Kontinent ist für uns in Sachen Außenhandel eher unwichtig. Mit einer Ausnahme: beim Zugang zu kritischen Rohstoffen. Man ahnt allerdings schon, welchen Blickwinkel der scheidende #Monitor-Moderator bei diesem Thema anlegen wird.
Aufschlussreich ist die globale BIP-Verteilung: Deutschland lag 2024 bei 4,2 Prozent, die komplette (!) Subsahara kam auf 1,8 Prozent. Das Zentrum Europas bleibt ein Magnet für afrikanische Zuwanderung. Aus dieser Sicht hat der Kontinent in der Tat "hohe Relevanz" für uns. Aber auch hier gilt: Man ahnt, welchen Blickwinkel Georg Restle anlegen wird.
Also: Wenn Sie sich ausgewogen über Afrika informieren wollen, dann gehen Sie am besten auf die Internetseite von Reuters. Oder Sie wählen einen anderen qualitativ hochwertigen Anbieter. "Hochwertig" heißt: Der Journalist berichtet ("Sagen, was ist"), ohne dabei permanent das eigene ideologische Gerüst durchschimmern zu lassen.
🇬🇧 Translation
Georg #Restle is looking forward to his new position and speaks out against his critics: "And anyone who thinks that Africa only consists of desert and jungle is ignoring its great relevance for us." At least he remains true to himself. Before he has familiarized himself with it, a central assumption (“high relevance”) is formulated.
From a security policy perspective, this is nonsense. The music of the great powers plays primarily in Eurasia, even if individual states are active in Africa. Does the assumption make sense at least from an economic perspective? The continent is rather unimportant for us when it comes to foreign trade. With one exception: access to critical raw materials. However, one can already guess what perspective the outgoing #Monitor moderator will take on this topic.
The global GDP distribution is revealing: Germany was 4.2 percent in 2024, the entire (!) Sub-Sahara came to 1.8 percent. The center of Europe remains a magnet for African immigration. From this perspective, the continent is indeed “highly relevant” for us. But the same applies here: you can guess what perspective Georg Restle will use.
So: If you want to get balanced information about Africa, then it's best to go to the Reuters website. Or you can choose another high-quality provider. “High quality” means: The journalist reports (“telling what is”) without constantly letting his own ideological framework shine through.
Georg #Restle, 18. März, auf X: "Mir sind alle Ideologien, die unser Denken einmauern, ein Graus. Ob links oder rechts." Sagt derjenige, dessen ganzes Streben auch auf den Erhalt der Brandmauer ausgerichtet ist.
🇬🇧 Translation
Georg #Restle, March 18, on Says the person whose entire effort is aimed at preserving the firewall.
Georg #Restle verlässt #Monitor und geht nach Afrika. Die #FAZ hat das Sendeformat hart kommentiert: "Unter Restle hat es sich vom journalistischen zum ultralinken ideologischen Projekt entwickelt." Der Autor kann kaum an sich halten: Eine Sendung bezeichnet er als "Paradebeispiel für öffentlich-rechtlichen Politaktivismus, der sich als Journalismus ausgibt."
Georg Restle ist darüber sichtlich verärgert und schreibt auf X: "Kollegen diffamieren, ohne mit ihnen zu reden. Im Journalismus gilt eigentlich die Regel „audiatur et altera pars“. Herr Hanfeld schreibt seit Jahren immer wieder über mich, ohne mit mir gesprochen zu haben. Weil es das vorgefertigte Bild zerstören könnte?"
Die FAZ hat hier schlicht ins Schwarze getroffen. Um die Sache geht es weder Georg #Restle noch Anja #Reschke oder Jan #Böhmermann. Denn das würde bedeuten, die Sache ausgewogen darzustellen. Es ist weltbildgeleiteter Aktivismus - mehr nicht. Und ich möchte ergänzen: Selbige Darstellungsform findet sich in Teilen der rechten Medienblase auch. Nur bekommt dort niemand Rundfunkbeiträge.
🇬🇧 Translation
Georg #Restle leaves #Monitor and goes to Africa. The #FAZ commented harshly on the broadcast format: "Under Restle it has developed from a journalistic to an ultra-left ideological project." The author can hardly contain himself: He describes one program as a "prime example of public political activism masquerading as journalism."
Georg Restle is visibly upset about this and writes on Mr. Hanfeld has been writing about me for years without ever speaking to me. Because it could destroy the prefabricated image?"
The FAZ simply hit the mark here. This is not about Georg #Restle, Anja #Reschke or Jan #Böhmermann. Because that would mean presenting the matter in a balanced way. It is worldview-led activism - nothing more. And I would like to add: The same form of representation can also be found in parts of the right-wing media bubble. But nobody gets any radio contributions there.
Würde eine deutsche Fregatte in der Straße von #Hormus überhaupt über genügend Munition verfügen? Mein Dank für Ihre Nachfragen. So sieht ein konstruktiver Austausch aus. Die ehrliche Antwort lautet: Ich weiß es nicht. Kein Wissenschaftler hat Zugang zu den Munitionsbeständen der #Bundeswehr. Auch wäre es töricht, solche Zahlen zu veröffentlichen.
Die Grundlage meiner Überlegungen: (1) Die Deutsche #Marine hatte in den letzten Jahren Fregatten im Pazifik im Einsatz. Also sollte der Persische Golf in Sachen Distanz kein Problem sein. (2) Im Roten Meer hat sie zur Freiheit der Seewege beigetragen - auch durch den Einsatz von Waffengewalt. Das erlaubt die Übertragung.
(3) Ich muss mich auf öffentlich zugängliche Materialien stützen. Auf der Internetseite der Deutschen Marine ist zu lesen: "Die Marine ist weltweit auf See im Einsatz – zum Schutz von Seewegen, von Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern, zur Konfliktverhütung und Krisenbewältigung, für humanitäre Hilfe und zur Verteidigung." Das wird sogar wiederholt: "Mit der Marine hat die Bundeswehr die Möglichkeit, Seegebiete zu kontrollieren, internationale Seeverkehrswege zu schützen".
Zu den Fregatten der Sachsen-Klasse heißt es: "Unter dem Schutzschirm der Sachsen-Klasse ist jedes Schiff sicher". Es folgt die Aufzählung der Bewaffnung. Diese Aussagen müssen gelten. Was aber natürlich unabhängig von solchen Selbstzuschreibungen stimmt: Es gab schon immer Einschränkungen bei der materiellen Einsatzbereitschaft einzelner Waffensysteme. Das eine ist die Theorie, das andere die Praxis. Der aktuell entscheidende Punkt: Da sich derzeit Fregatten im Einsatz befinden, gehe ich davon aus, dass sie auch aufmunitioniert sind.
Mehr kann ein Wissenschaftler nicht leisten, als aus diesen Informationen Schlüsse zu ziehen. Wie lange eine Fregatte in der Straße von Hormus einsatzfähig wäre, würde vom Szenario abhängen. Im Sinne meines Posts dürfte bereits die Bereitschaft, an der Risikoteilung mitzuwirken, die Allianz Deutschlands mit den USA stärken. Selbst dann, wenn die Entsendung wegen Munitionsmangels zeitlich sehr begrenzt wäre.
Wäre Donald Trump anschließend dankbar? Sicher, aber das muss mittel- bis langfristig natürlich nichts heißen. Eine Allianz bedarf der permanenten Pflege. Die Entsendung von Fregatte und Einsatzgruppenversorger würde dem dienen. Eine solche Mission wäre ein Baustein, die Schutzzusage der USA zu stärken.
Was dabei immer gilt: Im Realismus gibt es keine Garantien auf die Zuverlässigkeit eines Bündnispartners. Es ist die Aufgabe der Staatskunst, auf die maximal mögliche Bindungswirkung von Zusagen des Verbündeten hinzuarbeiten.
🇬🇧 Translation
Would a German frigate in the Strait of Hormuz even have enough ammunition? My thanks for your inquiries. This is what a constructive exchange looks like. The honest answer is: I don't know. No scientist has access to the #Bundeswehr's ammunition stocks. It would also be foolish to publish such figures.
The basis of my considerations: (1) The German #Navy has deployed frigates in the Pacific in recent years. So the Persian Gulf shouldn't be a problem in terms of distance. (2) In the Red Sea it contributed to freedom of sea routes - also through the use of armed force. This allows transmission.
(3) I must rely on publicly available materials. On the German Navy's website you can read: "The Navy is deployed at sea around the world - to protect sea routes, citizens, conflict prevention and crisis management, humanitarian aid and defense." This is even repeated: "With the navy, the Bundeswehr has the opportunity to control sea areas and protect international shipping routes."
Regarding the Sachsen-class frigates it is said: “Under the protective umbrella of the Sachsen-class, every ship is safe”. The list of weapons follows. These statements must apply. But what is of course true, regardless of such self-attributions, is that there have always been restrictions on the material operational readiness of individual weapon systems. One is theory, the other is practice. The currently crucial point: Since there are currently frigates in use, I assume that they are also equipped with ammunition.
A scientist can do no more than draw conclusions from this information. How long a frigate would be operational in the Strait of Hormuz would depend on the scenario. In the spirit of my post, the willingness to participate in risk sharing should strengthen Germany's alliance with the USA. Even if the deployment would be very limited in time due to a lack of ammunition.
Would Donald Trump be grateful afterwards? Sure, but of course that doesn't have to mean anything in the medium to long term. An alliance requires constant maintenance. Sending a frigate and task force supplier would serve this purpose. Such a mission would be a building block to strengthen the USA's commitment to protection.
What always applies: In realism there are no guarantees as to the reliability of an alliance partner. It is the task of statesmanship to work towards the maximum possible binding effect of the ally's commitments.
Realismus to go, Folge 12: Militärische Intervention Deutschlands in der Straße von Hormus?
Soll sich Deutschland an einer militärischen Intervention in der Straße von #Hormus beteiligen? Von der politischen Linken bis zur politischen Rechten dürfte es dafür im Bundestag keine Mehrheit geben. Die Gründe sind vielfältig: die Ablehnung der Politik von US-Präsident Donald #Trump, allgemeiner Antiamerikanismus, die Verhinderung eines kriegerischen Sogeffekts, das Verursacherargument, die Sorge vor der Verschärfung innerparteilicher Konfliktlinien und nicht zuletzt die anstehenden Landtagswahlen in diesem Jahr. Die Aussage von Verteidigungsminister Boris #Pistorius dürfte mehrheitsfähig sein: „Es ist nicht unser Krieg.“
Wer im Sinne der Staatsräson handeln möchte, muss jedoch ganz anders ansetzen. Deutschland ist militärisch schwach und verfügt über keinen eigenen Nuklearschirm. Daher ist es zwingend auf das Bündnis mit den USA angewiesen und betreibt eine Politik der Anlehnung (bandwagoning). Damit ist es einer Situation ausgesetzt, die in der Allianztheorie gut beschrieben wird: Der Schwächere befindet sich in einer strukturell nachteiligen Lage. Es ist möglich, dass er vom Stärkeren in Konflikte hineingezogen wird (entrapment), mit denen er selbst gar nichts zu tun hat. Nicht weniger schlimm wäre es, in einer Krise keine Unterstützung zu erhalten (abandonment). Der Stärkere würde darauf hinweisen, dass sich der Schwächere wegen einer zu einseitigen Lasten- und Risikoverteilung in der Allianz als nutzlos erwiesen hat.
Zwischen diesen Risiken muss auch Deutschland sicherheitspolitisch lavieren. Im Idealfall kann es beides verhindern. Es gibt jedoch einen klaren Zusammenhang: Je mehr Berlin dazu neigt, sich jeder Form von entrapment zu entziehen, desto größer wird die Gefahr, dass es eines Tages zum abandonment kommt.
Es geht also mit Blick auf die Straße von Hormus derzeit nicht um die Frage, ob dies „unser Krieg“ ist oder nicht. Wesentlich wichtiger ist folgende Abwägung: Wie wird sich die Weigerung, an der Eskortierung von Handelsschiffen mitzuwirken, auf die Stabilität der Beziehungen zu den USA auswirken? Wenn Berlin nicht bereit ist, in die Versicherung einzuzahlen, könnte Washington eines Tages sagen: „Diese Versicherung ist wertlos.“ Eskaliert der Konflikt in Osteuropa und greift er zugleich auf #NATO-Territorium über, könnte Donald Trump nach mehrfachen Androhungen den Rückzug seines Landes aus dem Bündnis beschließen und wie Boris Pistorius argumentieren: „Dies ist nicht unser Krieg.“ Der #Iran befindet sich zwar weit entfernt von der Bundesrepublik. Die geographische Distanz zwischen Europa und den USA ist allerdings noch deutlich größer.
Deutschland sollte die Situation nutzen und Bündnissolidarität zeigen – obwohl es keinen Bündnisfall gibt! Wenn es sich als eines der ersten europäischen Länder öffentlich entsprechend positioniert, dürfte dies nicht nur auf Donald Trump positiv wirken. Vertretern der Republikaner und Demokraten würde ein deutliches Signal übermittelt: „Ihr steht an unserer Seite, wir stehen an eurer Seite!“
Die Deutsche Marine verfügt über die entsprechende Reichweite und hinreichend Einsatzerfahrung. Eine Fregatte könnte an der Eskortierung von Handelsschiffen in der Straße von Hormus mitwirken. Ein Einsatzgruppenversorger sollte zur Unterstützung der Mission im rückwärtigen Raum disloziert werden (je nach Lage im Golf von Oman oder im Arabischen Meer mit großem Abstand zur iranischen Küste).
Nach Beginn des Irak-Krieges 2003 hatte Südkorea die USA mit der Entsendung der Zaytun-Division unterstützt. Es schickte vor allem zivil wirkende Soldaten in das Land. Seoul hätte sagen können: „Das ist nicht unser Krieg.“ Die damalige Regierung dachte jedoch strategisch. Dabei war die Lage am Persischen Golf von sekundärer Bedeutung. Südkorea hat das entrapment hingenommen, um abandonment zu vermeiden. Die Zaytun-Division war zwar mehrere Jahre im Irak im Einsatz. De facto trug sie aber dazu bei, die Lage am 38. Breitengrad zu stabilisieren. Da es seit 1953 auf der koreanischen Halbinsel nur einen Waffenstillstand gibt, fällt es Seoul relativ leicht, geopolitisch um die Ecke zu denken.
Deutschland hat andere Erfahrungen gemacht, was sich vor und während internationaler Krisenlagen immer wieder zeigt. Aus der Sicht des Realismus ist dieser Weg weitaus gefährlicher als der Einsatz einer deutschen Fregatte in der Straße von Hormus. Passivität wird das Bündnis mit Washington natürlich nicht unmittelbar gefährden, weil die Bundesrepublik als operative Drehscheibe für amerikanische Streitkräfte von großer Bedeutung ist. Darauf allein sollte man sich jedoch in der Amtszeit von Donald Trump nicht verlassen.
🇬🇧 Translation
Realism to go, episode 12: Germany's military intervention in the Strait of Hormuz?
Should Germany take part in a military intervention in the Strait of Hormuz? From the political left to the political right, there is unlikely to be a majority for this in the Bundestag. The reasons are varied: the rejection of the policies of US President Donald #Trump, general anti-Americanism, the prevention of a warlike pull effect, the causation argument, the concern about the intensification of intra-party lines of conflict and, last but not least, the upcoming state elections this year. The statement by Defense Minister Boris Pistorius is likely to win a majority: “It is not our war.”
However, anyone who wants to act in accordance with raison d'état must take a completely different approach. Germany is militarily weak and does not have its own nuclear shield. It is therefore absolutely dependent on the alliance with the USA and pursues a policy of bandwagoning. This exposes it to a situation that is well described in alliance theory: the weaker party is in a structurally disadvantageous position. It is possible that he will be drawn into conflicts (entrapment) by the stronger person that he himself has nothing to do with. It would be no less bad to receive no support in a crisis (abandonment). The stronger would point out that the weaker has proven to be useless because of a one-sided distribution of burdens and risks in the alliance.
Germany also has to navigate between these risks in terms of security policy. Ideally, it can prevent both. However, there is a clear connection: the more Berlin tends to avoid any form of entrapment, the greater the danger that abandonment will one day occur.
So with a view to the Strait of Hormuz, the question at present is not whether this is “our war” or not. The following consideration is much more important: How will the refusal to participate in the escort of merchant ships affect the stability of relations with the USA? If Berlin is unwilling to pay into the insurance, Washington could one day say: “This insurance is worthless.” If the conflict in Eastern Europe escalates and at the same time spills over into #NATO territory, Donald Trump could, after repeated threats, decide to withdraw his country from the alliance and, like Boris Pistorius, argue: “This is not our war.” #Iran is far away from the Federal Republic. However, the geographical distance between Europe and the USA is significantly greater.
Germany should take advantage of the situation and show alliance solidarity - even though there is no alliance case! If it is one of the first European countries to position itself publicly in this way, this should not only have a positive effect on Donald Trump. A clear signal would be sent to Republican and Democratic representatives: “You stand with us, we stand with you!”
The German Navy has the appropriate range and sufficient operational experience. A frigate could help escort merchant ships in the Strait of Hormuz. A task force supplier should be deployed to the rear area to support the mission (depending on the location in the Gulf of Oman or in the Arabian Sea at a large distance from the Iranian coast).
After the Iraq War began in 2003, South Korea supported the USA by sending the Zaytun Division. It sent mainly civilian soldiers into the country. Seoul could have said, “This is not our war.” However, the government at the time was thinking strategically. The location on the Persian Gulf was of secondary importance. South Korea accepted entrapment to avoid abandonment. The Zaytun Division was deployed in Iraq for several years. In fact, it helped to stabilize the situation at the 38th parallel. Since there has only been a ceasefire on the Korean peninsula since 1953, Seoul finds it relatively easy to think outside the box geopolitically.
Germany has had different experiences, which becomes apparent again and again before and during international crises. From the perspective of realism, this path is far more dangerous than deploying a German frigate in the Strait of Hormuz. Passivity will of course not immediately endanger the alliance with Washington because the Federal Republic is of great importance as an operational hub for American armed forces. However, you shouldn't rely on that alone during Donald Trump's term in office.
Ich bereite eine neue Folge von Realismus to go vor. Soll Deutschland in der Straße von #Hormus intervenieren? Präsentiert werden ein paar theoretisch begründete Überlegungen. Mehr dazu im Laufe des Tages.
🇬🇧 Translation
I'm preparing a new episode of Realism to go. Should Germany intervene in the Strait of Hormuz? A few theoretically based considerations are presented. More on this later today.
Vertreter der EVP-Fraktion sollen im Europaparlament mit der #AfD kooperiert haben. Das ist ein Skandal! Es kann nicht sein, dass frei gewählte Abgeordnete einfach so zusammenarbeiten. Wollen die etwa Probleme lösen? Gut, dass der #ÖRR über diese Machenschaften berichtet.
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Representatives of the EPP group are said to have cooperated with the #AfD in the European Parliament. This is a scandal! It cannot be the case that freely elected representatives simply work together. Do they want to solve problems? It's good that the #ÖRR is reporting on these machinations.
FDP-Generalsekretärin Nicole #Büttner hat Wort gehalten und sich tatsächlich eine Glatze schneiden lassen. Respekt! https://www.bild.de/politik/inland/fdp-nicole-buettner-enthuellt-ihre-glatze-nach-verlorener-wette-69b6edaa71ba80688cc660a3
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FDP General Secretary Nicole Büttner kept her word and actually had her head shaved. Respect! https://www.bild.de/politik/inland/fdp-nicole-buettner-enthuellt-ihre-glatze-nach-verlorener-wette-69b6edaa71ba80688cc660a3
ZDF, Nachrichten um 19.00 Uhr, eines der Themen: "Kooperation der EVP-Fraktion mit Rechten". Wo liegt hier der Nachrichtenwert? Das ist doch alles bekannt. Wie wäre es mit mehr Informationen aus Ostasien? Von der täglichen deutschen Nabelschau hat der Zuschauer nichts.
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ZDF, news at 7 p.m., one of the topics: “Cooperation of the EPP group with the right”. Where is the news value here? This is all known. How about more information from East Asia? The viewer has nothing to gain from the daily German navel-gazing.
Die seit kurzem diskutierte Habilitationsschrift von Alena #Buyx umfasst 77 Seiten inklusive 96 (!) Fußnoten. Abzüglich des Apparats sind es 64 Seiten Fließtext. Bei der Bewertung muss man vorsichtig sein. Den Inhalt kann ich nicht beurteilen, und mir ist auch nicht bekannt, was im Fach Ethik und Theorie der Medizin und Public Health üblich ist. Kurzum: Ich kenne die dortige Publikationskultur nicht.
Auch stimmt dieses: Die Masse macht es am Ende nicht. Die Kollegin hat vielleicht eine gehaltvollere Schöpfungstiefe erreicht als andere Werke, die über 500 Seiten liegen. Das alles sollte in einer fairen Beurteilung gewürdigt werden.
Aber: In Doktorarbeiten und Habilitationsschriften kann es auch darum gehen, ein Argument in aller Breite auszuführen und dabei den Stoff im Griff zu behalten. Was ebenfalls gilt: Qualität auf 500 Seiten ist eine andere Hausnummer als Qualität auf 77 Seiten.
🇬🇧 Translation
Alena #Buyx's habilitation thesis, which has recently been discussed, comprises 77 pages including 96 (!) footnotes. Minus the apparatus, there are 64 pages of running text. You have to be careful when evaluating. I cannot judge the content and I do not know what is common in the subject of ethics and theory in medicine and public health. In short: I don't know the publishing culture there.
This is also true: in the end, the masses don't make it. The colleague has perhaps achieved a more substantial depth of creation than other works that are over 500 pages. All of this should be acknowledged in a fair assessment.
But: In doctoral theses and habilitation theses, it can also be about executing an argument in all its breadth while keeping the material under control. What also applies: Quality on 500 pages is a different matter than quality on 77 pages.
Der Vorwurf ist völlig absurd. Und vielleicht auch Ergebnis einer sehr speziellen Form der Vergangenheitsbewältigung. Man kann nur hoffen, dass ein solches Weltbild nicht auf seine Studenten abfärbt. https://x.com/JuergenZimmerer/status/2032490509864710580
🇬🇧 Translation
The accusation is completely absurd. And perhaps also the result of a very special form of coming to terms with the past. One can only hope that such a world view does not rub off on his students. https://x.com/JuergenZimmerer/status/2032490509864710580
Ist der #Krieg wirklich die größte Geißel der Menschheit? Er ist brutal, zerstörerisch und kann ganze Völker auslöschen. Der Erste und der Zweite Weltkrieg bewirkten Vernichtungswellen ungekannten Ausmaßes. In jener Zeit gab es nichts Schlimmeres. Gegenwärtig ist der Krieg wieder sehr präsent, aber nicht mehr "die" Gefahr menschlichen Lebens.
Solche Aussagen sind nur auf der Basis empirischer Auswertungen möglich - hier präsentiert aus globaler Sicht. Opfer bewaffneter Gewalt 2024: 160.000 Menschen (Uppsala Conflict Data Program). Diabetes-Tote 2024: 3,4 Millionen Menschen (International Diabetes Federation). Durch die globale Luftverschmutzung begünstigte Todesfälle 2023: 7,9 Millionen Menschen (State of Global Air).
Der Vergleich soll das Grauen und auch die erheblichen wirtschaftlichen Folgen des Krieges nicht relativieren. Was aber noch weitere Zahlen zeigen würden: Unser Lebensstil ist die größte Gefahr für die letzte noch überlebende Spezies der Gattung Homo. Wir schauen mit Entsetzen im Fernsehen auf Tod und Verderben, sind aber wegen des hohen Zuckerkonsums und der Luftverschmutzung weitaus weniger in Sorge.
Das tödliche, unmittelbare Spektakel löst Ängste aus, die langfristig wirkenden Folgen von Ernährungs- und anderen Lebensgewohnheiten werden verdrängt. Dies ist keine Anklage, sondern nur eine Feststellung. Denn so ist der Mensch.
🇬🇧 Translation
Is #war really the greatest scourge of humanity? It is brutal, destructive and can wipe out entire peoples. The First and Second World Wars caused waves of destruction on an unprecedented scale. There was nothing worse at that time. At present, war is very present again, but no longer "the" danger to human life.
Such statements are only possible on the basis of empirical evaluations - presented here from a global perspective. Victims of armed violence in 2024: 160,000 people (Uppsala Conflict Data Program). Diabetes deaths in 2024: 3.4 million people (International Diabetes Federation). Deaths caused by global air pollution in 2023: 7.9 million people (State of Global Air).
The comparison is not intended to put the horror or the significant economic consequences of the war into perspective. But what more figures would show: Our lifestyle is the greatest threat to the last surviving species of the Homo genus. We watch death and destruction on television with horror, but are far less concerned about high sugar consumption and air pollution.
The deadly, immediate spectacle triggers fears and the long-term consequences of dietary and other lifestyle habits are suppressed. This is not an accusation, just a statement. Because that's how people are.
Der Vorwurf, die USA hätten vor Beginn der Kampfhandlungen gegen den #Iran die weitere Nutzung der Straße von #Hormus absichern müssen, führt in die Irre. Ein solcher Schritt gehört nicht zur Anfangsphase eines Angriffs, wie er gegen den Iran geführt wird.
Üblich ist vielmehr Folgendes: Zunächst muss der operative Handlungsspielraum der gegnerischen Streitkräfte eingehegt werden. Dazu gehört nicht nur die Erlangung der Lufthoheit. Es geht ebenso darum, die Einwirkungsmöglichkeiten des Gegners im küstennahen Bereich möglichst umfassend zu reduzieren.
Erst wenn dies gelungen ist, kann über eine militärische Absicherung der Passage durch die Straße von Hormus nachgedacht werden – etwa in Form einer Eskortierung von Öltankern. Wird der zweite Schritt vor dem ersten unternommen, werden nicht nur Handelsschiffe zur leichten Beute (wofür mehrere Treffer der Revolutionsgarde sprechen). Auch Kriegsschiffe könnte ein ähnliches Schicksal ereilen.
Bei einer Breite von nur etwas über 50 Kilometern an den engsten Stellen des Seewegs ist die Vorwarnzeit zur Abwehr von Angriffen gering; Sättigungsangriffe werden für den Gegner dadurch erleichtert.
Es hat einen Grund, warum die beiden eingesetzten amerikanischen Flugzeugträger Abstand zur Straße von Hormus halten und vor Beginn der Kampfhandlungen nicht in den Persischen Golf verlegt wurden. Hinzu kommt, dass die USA ihre Prioritätenliste abarbeiten: Zurückwerfung des Nuklearprogramms, Zerstörung der Raketeninfrastruktur, weitere "Abrüstung" der Streitkräfte, Schwächung des Regimes sowie die Öffnung eines Fensters für einen Aufstand. Vorübergehende Marktverwerfungen werden dabei in Kauf genommen.
So dürfte zumindest der Plan aussehen. Der Ausgang bleibt offen.
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The accusation that the USA had to secure the continued use of the Strait of Hormuz before the start of hostilities against #Iran is misleading. Such a step is not part of the initial phase of an attack like the one waged against Iran.
Rather, the following is common: First, the operational scope of the opposing armed forces must be contained. This doesn't just include gaining air sovereignty. It is also about reducing the enemy's options for influence in the coastal area as comprehensively as possible.
Only when this has been achieved can military security of the passage through the Strait of Hormuz be considered - for example in the form of escorting oil tankers. If the second step is taken before the first, it is not just merchant ships that become easy prey (which is evidenced by several hits from the Revolutionary Guard). Warships could also suffer a similar fate.
With a width of just over 50 kilometers in the narrowest parts of the sea route, the advance warning time to ward off attacks is short; This makes saturation attacks easier for the opponent.
There is a reason why the two American aircraft carriers deployed are keeping their distance from the Strait of Hormuz and were not deployed to the Persian Gulf before hostilities began. In addition, the USA is working through its list of priorities: rolling back the nuclear program, destroying the missile infrastructure, further "disarmament" of the armed forces, weakening the regime and opening a window for an uprising. Temporary market distortions are accepted.
At least that's what the plan should look like. The exit remains open.
Çiğdem Uzunoğlu, Direktorin des #Grimme-Instituts: "Dieser Grimme-Preis Jahrgang zeigt erneut, wie vielfältig im deutschen Fernsehen aktuelle Themen der Zeitgeschichte wie Rassismus, Rechtsradikalismus und die prekäre Lage des Gesundheitssystems, aber auch neuere deutsche Geschichte erzählt werden".
Wer heute einen Grimme-Preis gewinnen möchte, der erhöht seine Chancen ganz erheblich, wenn er auf angesagte Themen setzt.
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Çiğdem Uzunoğlu, director of the #Grimme Institute: "This year's Grimme Prize shows once again how diverse current topics of contemporary history such as racism, right-wing radicalism and the precarious situation of the health system, but also more recent German history, are told on German television."
If you want to win a Grimme Prize today, your chances will increase significantly if you focus on popular topics.
Ann-Katrin Müller vom Spiegel auf X: "Vetternwirtschaft, Gefälligkeiten, Unmut an der Basis: Die AfD steckt in einer Krise, die sie Wählerstimmen kosten kann." Die AfD liegt stabil bei 24 Prozent. Von einer solchen Krise können SPD, Grüne und Linkspartei derzeit nur träumen.
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Ann-Katrin Müller from Spiegel on The AfD is stable at 24 percent. The SPD, the Greens and the Left Party can currently only dream of such a crisis.
Lehren aus der #Wahl in Baden-Württemberg: (1) Die SPD stürzt ins Bodenlose ab, der Kontakt zur Basis ist zu großen Teilen abgebrochen. (2) Die Grünen gewinnen, wenn ihr Spitzenkandidat nicht wirklich grün wirkt. (3) Die FDP ist vorerst Geschichte. (4) Für die AfD wachsen die Bäume nicht in den Himmel. (5) Die CDU auf Platz 2 ist trotz Regierungsoption bereit, zugunsten der Grünen auf den Posten des Ministerpräsidenten zu verzichten.
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Lessons from the #election in Baden-Württemberg: (1) The SPD is plummeting, contact with the base has largely been broken off. (2) The Greens win if their top candidate doesn't really seem green. (3) The FDP is history for the time being. (4) For the AfD, trees don't grow into the sky. (5) Despite the government option, the CDU in second place is prepared to give up the post of Prime Minister in favor of the Greens.
Laura Cloppenburg kommentiert für die #ARD live den Einzug von Cem #Özdemir. Sie ist sichtbar begeistert. Vielleicht sollte man intern noch einmal an der Präsentationsform arbeiten.
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Laura Cloppenburg comments live on the arrival of Cem #Özdemir for #ARD. She is visibly excited. Maybe we should work on the form of presentation again internally.
Erste Prognosen zur #Wahl in Baden-Württemberg liegen vor. Den Rest des Abends werden wir in den Interviews hören: "Das war ein fulminanter Wahlkampf. Wir haben bis zum Schluss gekämpft." Oder: "Hochrechnungen sind keine Ergebnisse. Warten wir ab." Auch das wird kommen: "Wir haben uns verdoppelt - und nicht verloren." Nicht zu vergessen: "Lassen Sie mich erst den Wählerinnen und Wählern danken." Vielleicht auch das: "Am Programm hat es nicht gelegen. Wir müssen es nur besser vermitteln."
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The first forecasts for the #election in Baden-Württemberg are available. We will hear in the interviews for the rest of the evening: "It was a brilliant election campaign. We fought until the end." Or: "Projections are not results. Let's wait and see." This will also come: "We have doubled - and not lost." Not to forget: “Let me first thank the voters.” Maybe also this: "It wasn't the program. We just have to communicate it better."
Georg Restle auf X: "Wer glaubt, dass das Ignorieren des geltenden Völkerrechts Frieden, Freiheit und Menschenrechte garantiert, setzt am Ende darauf, dass der militärisch Stärkere immer recht hat. Welcher Zweck heiligt da eigentlich welche Mittel?" Was Herr Restle übersieht: "[D]er militärisch Stärkere" hat - damals waren es gleich mehrere Staaten - die UN-Charta geformt, die für das Völkerrecht von zentraler Bedeutung ist.
Die Zusammensetzung des UN-Sicherheitsrats spiegelt bei den ständigen Mitgliedern die Machtverhältnisse von 1945 wider: Die Siegermächte - die USA, die Sowjetunion, China, Großbritannien und Frankreich - erhielten ein Vetorecht. Mit zwischenstaatlicher Gleichberechtigung hatte das nichts zu tun. Als die USA beschlossen, sich an China anzunähern, übernahm Peking 1971 den ständigen Sitz von Taipeh. Da hat "der militärisch Stärkere" den Ausschlag gegeben.
Was nicht vergessen werden darf: Das Völkerrecht enthält nicht nur Menschenrechte. Es dient auch der Koordinierung zwischenstaatlicher Beziehungen - und zwar zunächst unabhängig davon, wie die Akteure ihre Innenpolitik gestalten. Im Ost-West-Konflikt hatte das einen großen Vorteil: Verfeindete Mächte erhielten einen Rahmen, in dem sie sich austauschen konnten. Das trug zur Stabilisierung der Lage bei.
Wie sehr eine Regierung im Innern wirklich machen kann, was sie will, ist Thema des Diskurses - von der humanitären Intervention bis zur R2P. Was ganz sicher nicht gedeckt ist: Völkermord. Staaten können nicht Ethnien massakrieren und sich dann auf ihre Souveränität berufen. Das Genozidverbot ist Teil des zwingenden Völkerrechts (ius cogens). Umstritten ist natürlich, ab wann ein Völkermord vorliegt. Die Tötung von Demonstranten ist nicht gleich automatisch ein Genozid, sicher aber ein Verbrechen.
Es ist also nicht so einfach, eigene Argumente unter Berufung auf "das" Völkerrecht abzustützen.
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Georg Restle on What Mr. Restle overlooks: "[T]he militarily stronger one" - at that time there were several states - shaped the UN Charter, which is of central importance for international law.
The composition of the UN Security Council among the permanent members reflects the balance of power in 1945: the victorious powers - the USA, the Soviet Union, China, Great Britain and France - were given veto rights. This had nothing to do with equality between states. When the US decided to move closer to China, Beijing took over the permanent seat of Taipei in 1971. “The militarily stronger” made the difference.
What must not be forgotten: international law does not only contain human rights. It also serves to coordinate intergovernmental relations - initially regardless of how the actors shape their domestic policy. This had a major advantage in the East-West conflict: opposing powers were given a framework in which they could exchange ideas. This helped to stabilize the situation.
How much a government can really do what it wants internally is the subject of the discourse - from humanitarian intervention to R2P. What is definitely not covered: genocide. States cannot massacre ethnic groups and then invoke their sovereignty. The ban on genocide is part of mandatory international law (ius cogens). It is of course controversial as to when a genocide is considered. The killing of demonstrators is not automatically genocide, but it is certainly a crime.
So it is not so easy to base your own arguments on “the” international law.
CDU/CSU haben die #AfD in der Sonntagsfrage auf Platz 2 zurückfallen lassen. Das hat mehrere Gründe, unter anderem diese: (1) Vetternwirtschaft: Ja, das machen die anderen Parteien auch. Aber wer mit "Wir sind anders!" auf Marktplätzen hausieren geht, dem darf so etwas nicht passieren.
(2) Nicht abgeschlossene Suche nach einer sicherheitspolitischen Strategie: Mehrere Stimmen in der Partei verwirren den Wähler. In der rechten Blase bekommt die AfD in der Iran-Frage Druck - auch von Medien, die der Partei wohlgesonnen sind. Das ist inhaltlich fruchtbar, stört aber jene Harmonie, die Wähler lieben. Wie soll eine kohärente Linie entstehen, wenn Donald #Trump zugleich angehimmelt und kritisiert wird?
(3) Erfolge der Bundesregierung: Bundeskanzler Friedrich Merz hat in Washington erneut eine gute Figur gemacht; auch in China, wo er auf Kritik im Stile von Annalena Baerbock verzichtet hat; das Heizungsgesetz ist in der alten Form bald erledigt; die Rentenerhöhung fällt üppig aus; die Migrationswende hat noch nicht geklappt, aber die Zahl der Erstanträge auf Asyl hat sich 2025 halbiert. Wenn die Union in diesem Stil weitermacht, hat die AfD ein Problem.
Man stelle sich vor, sie kippt auch noch den "Majestätsbeleidigungsparagrafen" und sorgt für eine Kürzung im Budget des #ÖRR. Das ist natürlich eher unwahrscheinlich (die SPD müsste mitmachen), ich möchte nur eine mögliche Strategie von CDU/CSU herausarbeiten: Solche Schritte würden den Gegenwind reduzieren - auch die alternativen Medien würden darüber wohlwollend berichten. Wenn die Union irgendwann auf die Idee kommt, die Angriffsflächen der AfD systematisch zu reduzieren, dann haben die Blauen ein Problem. Natürlich lassen sich die einzelnen Faktoren in der Wirkkraft nicht messen. Aber als Melange spielen sie eine Rolle.
Die AfD liegt immer noch stabil bei 24 Prozent. CDU/CSU haben aber an Boden gewonnen. Das blaue Überholmanöver ist vorerst ausgebremst. Man kann nun natürlich sagen: "Das BfV ist schuld, die Medien sind unfair, wir werden im Bundestag benachteiligt." Das sind relevante Faktoren, aber: Es hat auch etwas mit dem eigenen Personal zu tun. Und solange von diesem immer wieder abwegige Positionen geäußert und sogar Rechtsextremisten geduldet werden, ist die Partei bürgerlich nur begrenzt anschlussfähig.
Nun wird folgender Einwand kommen: "Wir haben keine Rechtsextremisten in den eigenen Reihen." Warum laufen dann immer wieder Parteiausschlussverfahren? Die Brandmauer besteht de facto aus zwei Schichten. Die Ziegelsteine auf der eigenen Seite muss die AfD schon selbst abtragen.
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The CDU/CSU allowed the #AfD to fall to second place in the Sunday question. There are several reasons for this, including these: (1) Nepotism: Yes, the other parties do that too. But anyone who responds with “We are different!” If you're peddling in marketplaces, something like that shouldn't happen to you.
(2) Incomplete search for a security policy strategy: Multiple voices in the party confuse voters. In the right-wing bubble, the AfD is receiving pressure on the Iran issue - including from media that is favorable to the party. This is fruitful in terms of content, but disrupts the harmony that voters love. How is a coherent line supposed to emerge when Donald #Trump is adored and criticized at the same time?
(3) Successes of the federal government: Chancellor Friedrich Merz once again cut a good figure in Washington; also in China, where he refrained from criticism in the style of Annalena Baerbock; the heating law will soon be completed in its old form; the pension increase is generous; The migration transition has not yet worked, but the number of initial applications for asylum will have halved by 2025. If the Union continues in this style, the AfD will have a problem.
Imagine if she also overturned the “Lèse-Majesty Paragraph” and ensured a cut in the #ÖRR budget. That is of course rather unlikely (the SPD would have to take part), I would just like to highlight a possible strategy for the CDU/CSU: Such steps would reduce the headwind - the alternative media would also report favorably on it. If at some point the Union comes up with the idea of systematically reducing the AfD's areas of attack, then the Blues will have a problem. Of course, the individual factors cannot be measured in terms of effectiveness. But as a melange they play a role.
The AfD is still stable at 24 percent. But the CDU/CSU have gained ground. The blue overtaking maneuver has been slowed down for the time being. Of course you can now say: "The BfV is to blame, the media is unfair, we are disadvantaged in the Bundestag." These are relevant factors, but: It also has something to do with your own staff. And as long as the party continually expresses absurd positions and even tolerates right-wing extremists, the party's ability to connect with citizens is limited.
Now the following objection will come: “We have no right-wing extremists in our own ranks.” So why do party exclusion proceedings keep going on? The firewall actually consists of two layers. The AfD has to remove the bricks on its own side itself.
"With its supreme leader killed and its war machine under relentless U.S. pressure, Iran now stands largely alone - its longtime partners Russia and China offering nothing more than diplomatic condemnations and expressions of concern." Wie ich es im Kontrafunk-Kommentar beschrieben habe. Das entspricht dem bekannten Muster.
Wenn es um vitale nationale Interessen geht, lässt die Solidarität auch zwischen Autokratien schnell nach. https://www.reuters.com/world/middle-east/isolated-under-fire-iran-strikes-out-russia-china-stand-aside-2026-03-05/
🇬🇧 Translation
"With its supreme leader killed and its war machine under relentless U.S. pressure, Iran now stands largely alone - its longtime partners Russia and China offering nothing more than diplomatic condemnations and expressions of concern." As I described in the Kontraffunk commentary. This corresponds to the well-known pattern.
When vital national interests are at stake, solidarity quickly wanes, even between autocracies. https://www.reuters.com/world/middle-east/isolated-under-fire-iran-strikes-out-russia-china-stand-aside-2026-03-05/
Die russische Botschaft auf X zum Iran-Krieg: gegen "Aggression", "den Einsatz äußerst skrupelloser Mittel", "Gewalt zur Beilegung bestehender Differenzen" und "Angriffe auf zivile Objekte"; für eine "politisch[e] und diplomatisch[e] Lösung". Hängen noch Spiegel im Botschaftsgebäude?
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The Russian embassy on for a “political and diplomatic solution”. Are there still mirrors hanging in the embassy building?