R to @jeha2019: (1) https://www.polizei.hamburg/wasserschutzpolizei-hamburg-wspk-2-1064698
(2) https://www.wasserschutzpolizei-schule.de
(3) https://www.polizei.hamburg/grenzpolizei-793944
🇩🇪 Übersetzung
R an @jeha2019: (1) https://www.polizei.hamburg/wasserschutzpolizei-hamburg-wspk-2-1064698
(2) https://www.wasserschutzpolizei-schule.de
(3) https://www.polizei.hamburg/grenzpolizei-793944
Hospitation Nr. 1: Wasserschutzpolizei Hamburg
Als Strafrechtsprofessorin an der Hochschule der Akademie der Polizei Hamburg ist es mir wichtig, meine Lehre eng an der Praxis auszurichten. Deshalb schaue ich mir nach und nach die späteren Einsatzbereiche „unserer“ Studierenden vor Ort an.
Gestern wurde es mir ermöglicht (ein großes Dankeschön an alle!), die Wasserschutzpolizei WSPK 2 zu besuchen und den Polizeibeamt*innen „Löcher in den Bauch“ zu fragen (1).
Mich hat insbesondere der Alltag interessiert, die verschiedenen Aufgabenbereiche (die sehr vielfältig sind und entsprechend viel Know-how benötigen), aber – natürlich! – kamen auch nautische Fragestellungen nicht zu kurz.
Besonders beeindruckend ist die umfassende und anspruchsvolle Ausbildung, die die Wasserschutzbeamt*innen – nach ihrem Studium! – bei der Wasserschutzpolizei-Schule (WSPS) Hamburg vermittelt bekommen (2). Die WSPS ist eine gemeinsame Bildungsstätte der Bundesländer.
Der Tag endete mit dem Besuch der WSP 62, die mit grenzpolizeilichen Aufgaben betraut ist (3). Ich begleitete die Beamt*innen, erlebte, wie freundlich und professionell ihr Auftreten in Kontakt mit Bürger*innen war und auch bei dieser Dienststelle stießen meine vielen Fragen auf geduldige Ohren.
Insgesamt kann ich auf einen sehr bereichernden Tag zurückblicken, der mir gezeigt hat, dass der Beruf der Wasserschutzpolizist*innen sehr abwechslungsreich ist.
Ich denke, dass dieser Beruf insbesondere auch etwas für Menschen ist, die neben dem Interesse an Polizeiarbeit auch eine gewisse technische Affinität mitbringen. Die Leidenschaft derjenigen, die ich heute begleiten durfte, hat mich direkt mitgerissen, sodass ich mich schon jetzt darauf freue, noch einmal zurückzukehren, um noch tiefere Einblicke – etwa beim Fachdienst für Umweltdelikte – zu gewinnen.
Was auf den Bildern wie Urlaub wirkt, ist in Wirklichkeit oft anstrengende Arbeit: Einsätze bei Wind und Wetter, anspruchsvolle Navigation, schnelle Reaktionen in Notlagen – und das alles in Schichtarbeit. Neben dem Einsatz auf dem Wasser gehört auch der klassische Streifendienst dazu. Wer sich dafür entscheidet, macht das aus Überzeugung und Spaß am Beruf. Und genau das habe ich heute auch bei jeder einzelnen Person gemerkt.
🇬🇧 Translation
Observation No. 1: Hamburg Water Police
As a criminal law professor at the Hamburg Police Academy, it is important to me to align my teaching closely with practice. That's why I'm gradually looking at the future areas of application of "our" students on site.
Yesterday I was given the opportunity (a big thank you to everyone!) to visit the WSPK 2 water police and ask the police officers “holes in the stomach” (1).
I was particularly interested in everyday life, the different areas of responsibility (which are very diverse and require a lot of know-how), but - of course! – nautical questions were also not neglected.
What is particularly impressive is the comprehensive and demanding training that the water protection officers receive after their studies! – got placement at the Water Police School (WSPS) Hamburg (2). The WSPS is a joint educational institution run by the federal states.
The day ended with a visit to WSP 62, which is entrusted with border police tasks (3). I accompanied the officers, experienced how friendly and professional their demeanor was in contact with citizens, and my many questions also fell on patient ears at this department.
Overall, I can look back on a very enriching day that showed me that the job of a water police officer is very varied.
I think that this job is particularly suitable for people who, in addition to being interested in police work, also have a certain technical affinity. I was immediately inspired by the passion of those I was able to accompany today, so I'm already looking forward to going back again to gain even deeper insights - for example from the specialist service for environmental crimes.
What looks like a vacation in the pictures is in reality often strenuous work: operations in wind and weather, demanding navigation, quick reactions in emergencies - and all of this in shift work. In addition to use on the water, classic patrol work is also included. Anyone who decides to do this does so out of conviction and because they enjoy their job. And that's exactly what I noticed with every single person today.
R to @jeha2019: (1) https://taz.de/Polizeiliche-Kriminalstatistik/!6172363/
(2) https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/pks-kriminalstatistik-polizei-anzeigen-migrationshintergrund-taetigkeitsbericht
(3) https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/pks-vorstellung-102.html
(4) https://nius.de/kriminalitaet/neue-kriminalstatistik-2025-mehr-morde-und-vergewaltigungen
🇬🇧 Translation
R to @jeha2019: (1) https://taz.de/Polizeiliche-Kriminalstatistics/!6172363/
(2) https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/pks- criminal statistics-polizei-anzeigen-migrationsbackground-taetigkeitsbericht
(3) https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/pks-stellung-102.html
(4) https://nius.de/ criminalitaet/neue-criminalstatistics-2025-mehr-morde-und-vergreifungen
Jedes Jahr aufs Neue sorgt die Bekanntgabe der neusten Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) für Schlagzeilen. Nicht selten werden dabei Ressentiments gegen Menschen mit Migrationshintergrund geschürt und Ängste vor „Nichtdeutschen“ befördert (4).
Zu Recht weist die Kriminologieprofessorin Gina Rosa Wollinger darauf hin, dass die PKS eher als ein „Tätigkeitsbericht der Polizei“ zu verstehen sei denn als ein akkurates Abbild der Kriminalität in Deutschland (1).
Die Kollegin Susann Prätor erläutert richtigerweise, dass die PKS fast vollständig auf Strafanzeigen beruht und dass einige Delikte sowie bestimmte Personengruppen häufiger angezeigt werden als andere; über das Dunkelfeld sagt die PKS nichts aus.
Im Hinblick auf die Überrepräsentanz nichtdeutscher Tatverdächtiger führt Prätor aus:
„Die PKS ist allerdings gerade in diesem Punkt nur sehr begrenzt aussagefähig. Denn die Chance, als nichtdeutsche Person angezeigt zu werden, ist deutlich größer als bei Deutschen.
[…]
Zudem ist die Gruppe von Nichtdeutschen deutlich jünger und hat einen größeren Anteil an Männern als die nichtdeutsche Bevölkerung – und der Anteil an jungen Männern führt in der PKS zu einer überproportionalen Belastung.
[…]
Menschen mit nichtdeutscher Herkunft sind häufiger von Armut betroffen und leben daher auch in sozial benachteiligten Stadtvierteln. Da ist mehr Kriminalität. Das sind aber auch die Bezirke, in denen die Polizei aktiver ist – und damit mehr Tatverdächtige auffallen können. Diese Menschen erleben zudem häufiger elterliche Gewalt, unterliegen Gewalt legitimierenden Männlichkeitsnormen und besuchen seltener ein Gymnasium. In der PKS kommt der Verzerrungsfaktor des unterschiedlichen Anzeigeverhaltens zuungunsten der Menschen mit Migrationshintergrund hinzu.“ (2)
Der Umstand, dass mehr mutmaßliche Sexualstraftaten angezeigt werden, bedeutet ferner nicht, dass tatsächlich mehr Sexualdelikte begangen wurden, wie Prätor erläutert:
„Man sieht etwa seit Jahren, dass mehr Sexualstraftaten zur Anzeige gebracht werden. Seit 2018 sind die Fallzahlen in diesem Bereich um rund 72 Prozent gestiegen, die PKS zeigt nun erneut einen Anstieg bei Vergewaltigungen um neun Prozent. Diese Entwicklung lässt sich zum Teil auf Gesetzesänderungen zurückführen, es werden aber durch eine gestiegene Sensibilisierung auch mehr Taten angezeigt; denken Sie an die MeToo- oder die Nein-heißt-nein-Debatte. Allerdings werden noch immer insgesamt sehr wenige dieser Taten angezeigt.“
Die tagesschau ordnet die Statistiken weiter ein:
„Nicht erfasst werden dagegen Verkehrsdelikte oder Finanz- und Steuerdelikte.
[…]
Die Statistik zeigt lediglich die erfassten Straftaten, nicht die Verurteilungen. Dies kann irreführend sein, denn insgesamt werden nur ungefähr 30 Prozent aller Tatverdächtigen auch verurteilt.“ (3)
🇬🇧 Translation
Every year the announcement of the latest police crime statistics (PKS) makes headlines. It is not uncommon for resentment against people with a migration background to be stirred up and fears of “non-Germans” to be promoted (4).
Criminology professor Gina Rosa Wollinger rightly points out that the PKS should be understood more as a “police activity report” than as an accurate depiction of crime in Germany (1).
My colleague Susann Prätor correctly explains that the PKS is based almost entirely on criminal complaints and that some crimes and certain groups of people are reported more frequently than others; The PKS says nothing about the dark field.
With regard to the over-representation of non-German suspects, Praetor explains:
“However, the PKS only has very limited information on this point because the chance of being reported as a non-German person is significantly greater than for Germans.
[…]
In addition, the group of non-Germans is significantly younger and has a larger proportion of men than the non-German population - and the proportion of young men leads to a disproportionate burden in the PKS.
[…]
People of non-German origin are more often affected by poverty and therefore live in socially disadvantaged urban areas. There's more crime there. But these are also the districts in which the police are more active - and therefore more suspects can be noticed. These people also experience parental violence more often, are subject to norms of masculinity that legitimize violence and are less likely to attend high school. In the PKS, the distortion factor of the different reporting behavior is added to the disadvantage of people with a migration background.” (2)
The fact that more suspected sexual crimes are reported does not mean that more sexual crimes have actually been committed, as Praetor explains:
"We have been seeing for years that more sexual crimes are being reported. Since 2018, the number of cases in this area has increased by around 72 percent, and the PKS now shows another nine percent increase in rapes. This development can partly be attributed to changes in the law, but increased awareness means that more crimes are being reported; think of the MeToo or the no-means-no debate. However, overall, very few of these crimes are still reported."
The tagesschau further classifies the statistics:
“However, traffic offenses or financial and tax offenses are not recorded.
[…]
The statistics only show the crimes recorded, not the convictions. This can be misleading because overall only around 30 percent of all suspects are convicted.” (3)
R to @jeha2019: (1) https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/behoerden/bjv/aktuelles/effizientere-strafverfolgung--1164278
(2) https://x.com/jeha2019/status/1880231286465315057?s=46&t=ZHicDA_9f2yVwNWUz49D4w
🇬🇧 Translation
R to @jeha2019: (1) https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/behoerden/bjv/aktuelles/efficient-strafjagd--1164278
(2) https://x.com/jeha2019/status/1880231286465315057?s=46&t=ZHicDA_9f2yVwNWUz49D4w
Hamburg hat eine „Gemeinsame Eingangs- und Bearbeitungsstelle“ eingerichtet, in der Polizei und Staatsanwaltschaft direkt an einem Ort zusammenarbeiten (1)
Ein großartiges Projekt, das das enorme Potential in sich trägt, unnötige Ermittlungen und damit auch unbegründete Beschuldigungen zu verhindern.
Gerade im Bereich der Äußerungsdelikte kommt es oft zu Ermittlungsverfahren, die vermeidbar wären. Denn eine Staatsanwältin oder ein Staatsanwalt kann mit ihrem/seinem juristischen Wissen direkt prüfen, ob die beanzeigte Äußerung überhaupt strafbar ist.
Derzeit - deshalb hatte ich letztes Jahr auch gefordert, dass die Anwaltskosten auch bei einer Verfahrenseinstellung im Ermittlungsverfahren übernommen werden (2) - folgen auf eine beanzeigte angeblich strafbare Äußerung im Internet idR erste polizeiliche Ermittlungsschritte inklusive Konfrontation des Beschuldigten. Dabei ist die getätigte Äußerung häufig von der Meinungsfreiheit gedeckt, wie sich zumindest nach einer kurzen verfassungsrechtlichen Prüfung ergibt. Auf diese Weise werden unnötig polizeiliche Ressourcen gebunden und vor allem auch Bürger*innen mit Strafverfahren belastet.
Eine engere Zusammenarbeit zwischen Polizei und Staatsanwaltschaft kann diese Auswüchse eindämmen und so Strafverfolgung effizienter gestalten.
Ich bin mir sicher, dass das Projekt bundesweit Schule machen wird.
🇬🇧 Translation
Hamburg has set up a “joint entry and processing point” in which the police and public prosecutor’s office work together directly in one place (1)
A great project that has the enormous potential to prevent unnecessary investigations and therefore unfounded accusations.
Particularly in the area of speech-related offenses, investigations often occur that could have been avoided. Because a public prosecutor can use his or her legal knowledge to check directly whether the reported statement is even punishable.
Currently - which is why I called for legal fees last year to be covered even if the investigation is discontinued (2) - a reported alleged criminal statement on the Internet is usually followed by the first steps in the police investigation, including confrontation with the accused. The statement made is often covered by freedom of expression, as can be seen at least after a brief constitutional review. In this way, police resources are tied up unnecessarily and, above all, citizens are burdened with criminal proceedings.
Closer cooperation between the police and the public prosecutor's office can curb these excesses and thus make criminal prosecution more efficient.
I am sure that the project will set a precedent nationwide.